Ratgeber
Rechnung per QR-Code bezahlen: Girocode aus der E-Rechnung
Stand: 19. September 2026
IBAN, Betrag und Verwendungszweck stehen in der E-Rechnung. Daraus wird ein Girocode, den die Banking-App scannt. So funktioniert es, und darauf achtest du vor dem Absenden.
Die Zahlungsdaten stehen schon in der Rechnung
Eine E-Rechnung enthält alles, was eine Überweisung braucht: den Empfänger, die IBAN, oft die BIC, den offenen Betrag und meist einen Verwendungszweck. Statt das abzutippen – mit dem Risiko eines Zahlendrehers in der IBAN – lässt sich daraus ein Girocode machen: ein QR-Code, den die Banking-App scannt und in ein fertiges Überweisungsformular übersetzt.
Was ist ein Girocode?
Der Girocode ist der QR-Code für Überweisungen nach dem Standard des European Payments Council (EPC069-12), deshalb auch EPC-QR-Code genannt. Er funktioniert für Überweisungen in Euro im SEPA-Raum. Im Code steht nur Text, Zeile für Zeile:
| Zeile | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| 1–4 | Kennung, Version, Zeichensatz, Art | BCD · 002 · 1 · SCT |
| 5 | BIC (freiwillig) | |
| 6 | Name des Empfängers | Malerbetrieb Musterfarbe GmbH |
| 7 | IBAN | DE02000000000014260000 |
| 8 | Betrag | EUR2244.64 |
| 10 oder 11 | strukturierte Referenz oder Verwendungszweck | RE-2026-0142 |
Viele Banking-Apps lesen solche Codes, meist unter „Fotoüberweisung“, „QR-Code scannen“ oder „GiroCode“. Die App füllt das Formular aus; abgeschickt wird erst, wenn du die Überweisung freigibst.
So geht es mit dem E-Rechnungsleser
- Die E-Rechnung im Leser öffnen.
- Rechts neben der Rechnung steht „Bezahlen“ mit dem Zahlbetrag und dem Girocode.
- Enthält die Rechnung Skonto, wählst du, ob du mit oder ohne Abzug zahlst. Der Code passt sich an.
- Code mit der Banking-App scannen, Empfänger, IBAN und Betrag in der App prüfen, freigeben.
Unter dem Code stehen dieselben Daten noch einmal als Text, jeweils mit einem Knopf zum Kopieren – für alle, die lieber am Rechner überweisen.
Wann es bewusst keinen Girocode gibt
Ein falscher Code wäre schlimmer als gar keiner. Der Leser verzichtet deshalb auf den Code, wenn
- die Prüfziffer der IBAN nicht stimmt,
- die Beträge der Rechnung nicht zusammenpassen, etwa die Positionen nicht die Summe ergeben,
- die Rechnung per Lastschrift eingezogen wird – sonst zahlst du doppelt,
- es eine Gutschrift ist oder nichts mehr offen ist,
- die Rechnung nicht auf Euro lautet.
Er sagt dann jeweils, warum.
Skonto
XRechnungen führen Skonto in einer festen Schreibweise in den Zahlungsbedingungen, etwa
#SKONTO#TAGE=10#PROZENT=2.00#. Der Leser liest das, rechnet die Frist ab dem Rechnungsdatum und den
gekürzten Betrag aus und bietet ihn an, solange die Frist läuft. Ist kein eigener Basisbetrag angegeben, rechnet er
mit dem offenen Betrag. Die Rechnung selbst bleibt maßgeblich – im Zweifel dort nachlesen.
Vorsicht bei geänderten Bankverbindungen
Eine gängige Betrugsmasche: Eine echt aussehende Rechnung oder eine E-Mail kündigt eine „neue Bankverbindung“ an. Die Prüfziffer hilft dagegen nicht – sie schützt vor Tippfehlern, nicht vor einer falschen, aber gültigen IBAN. Deshalb gilt: Ändert sich die Bankverbindung eines bekannten Lieferanten, ruf dort an, unter der Nummer, die du schon kennst, nicht unter der aus der Rechnung.
Quellen
- European Payments Council: Quick Response Code – Guidelines (EPC069-12)
- KoSIT: XRechnung-Spezifikation (Skonto-Angaben)
Dieser Ratgeber erklärt allgemein, wie die Dinge liegen. Er ersetzt keine Steuerberatung. Maßgeblich sind das Umsatzsteuergesetz und die Schreiben des Bundesfinanzministeriums in ihrer jeweils aktuellen Fassung.